Laurenz Rühl

Geschichte

Vor vier Jahren hatte er noch nie ein echtes Rennauto gefahren. Heute hat er einen GT4-Titel, eine Vizemeisterschaft, ein eigenes Rennsportunternehmen — und einen Porsche 911 Cup, den er allein fahren wird.

Der #40 BMW klein vor der vollen Hockenheim-Tribüne unter dramatischem Himmel
Photo: Toppmoeller-Fotografie

01

2006–2022

Ein Lenkrad, das nicht seins war

Laurenz Rühl wurde am 19. Juli 2006 in Friedrichsdorf bei Frankfurt geboren und wuchs auf Mallorca auf. Deshalb ist die erste Sprache eines deutschen Rennfahrers Englisch.

Angefangen hat es zu Hause, mit einem geliehenen PlayStation-Lenkrad. Erst kam das Sim-Racing. 2022 machte er seine Rennlizenz in den Niederlanden.

“My first language is English.”

ADAC Motorsport, Fahrerlager-Radar Hockenheim, 7. Okt. 2025 (Original auf Englisch)

“For me it all started when I stole my brother's Playstation wheel”

NXT Gen Cup, 11. Juni 2024 (Original auf Englisch)

02

2023–2024

Lernen vor Publikum

Seine erste richtige Saison, 2023, war der niederländische Mazda MX-5 Cup Benelux mit MV Motorsport (#69): Zandvoort, Assen, Spa. Am Ende stand P14 im Junior Cup — und genau diese Zahl steht hier, keine geschönte. Zum Jahresende folgte sein erstes 24-Stunden-Rennen, der C1 Eurocup in Portimão.

2024 wechselte er in den elektrischen NXT Gen Cup (#23, P16) im Rahmenprogramm der DTM — und holte sein erstes Podium überhaupt: P3 in der Klasse bei den 24 Stunden von Estoril, 554 Runden.

03

2025

Der Titel

2025 der Schritt in den GT4-Sport: ADAC GT4 Germany mit Razoon – xAutomotive Racing im BMW M4 GT4 Evo (#40) — in seinem, wie er vor der Saison sagte, erst dritten vollen Motorsportjahr. Am 10. August holte er am Nürburgring seinen ersten Sieg in der Rookie-Wertung.

Ab dem Red Bull Ring teilte er sich das Auto mit dem Kanadier Damon Surzyshyn, und von da an gewannen die beiden die neue Pro-Am-Klasse in jedem Rennen. PRO-AM-Champion der ADAC GT4 Germany 2025, dazu P3 in der Rookie-Wertung.

“Winning a title is very special.”

ADAC Motorsport, 6. Nov. 2025 (Original auf Englisch)

“mein erst drittes volles Motorsportjahr”

gt-place.com, 26. März 2025
Der BMW M4 GT4 Evo #40 im goldenen Abendlicht, Hockenheim 2025
Photo: Toppmoeller-Fotografie

04

2026

Porsche — und eine andere Art Saison

Für 2026 wechselte er zu Wimmer Werk Motorsport und in den Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport (#91). Sein Teamkollege: der Däne Jesper Brunhøj Jensen, 51 Jahre alt und in seiner ersten GT4-Saison.

Am Norisring im Juli fuhr er im ersten Freien Training die Bestzeit — zum ersten Mal überhaupt an der Spitze einer Session in dieser Serie. Pro-Am-Siege folgten am Norisring und am Nürburgring. PRO-AM-Vizemeister der ADAC GT4 Germany 2026. Zwei Saisons, zwei Titelkämpfe.

“I expected to be in the top 15, but it ended up being first place.”

ADAC Motorsport, 3. Juli 2026 (Original auf Englisch)
Der #91 Porsche in den Kurven des Red Bull Rings, 2026
Photo: Gruppe C Photography

05

2025–

Der Gründer

Zwischen den Rennwochenenden führt er ein Unternehmen. Im Februar 2025 gründete er die Rühl Racing GmbH, eingetragen in Bad Homburg, um Unternehmen über den Motorsport zu vermarkten.

Er studiert Wirtschaft in London, an der Hult International Business School.

06

2027

Allein im Auto

2027 steigt er in den Porsche 911 GT3 Cup (992.2) auf, in der Porsche Sprint Challenge Central Europe, wieder mit Wimmer Werk Motorsport. Sechs Rennwochenenden in vier Ländern, von Most bis zum Hungaroring, auf demselben Material wie der Porsche Mobil 1 Supercup.

Zum ersten Mal gibt es keinen Teamkollegen: Jede Runde, jedes Ergebnis und das ganze Auto gehören einem einzigen Fahrer.

Rennsport — und das Geschäft dahinter